Deutschland schafft sich ab?
Haben wir eigentlich keine anderen Probleme? Wie viele Sendestunden, Zeitungsseiten und Radiosendungen wurden eigentlich für Thilo Sarrazins Polemik-Thesen geopfert? Und mit was für einem Erfolg? Die Debatte, die der Bundesbank-Chef über Deutschland bringt, scheint ein sich selbst fortpflanzendes Insekt zu sein, das inzwischen zu einer Plage wird. Am Anfang stand das Buch. Es folgte der Zeitungsabdruck. Dann kamen die Fernsehsendungen und die Gegen-Fernseh-Sendungen. Schnell wurde klar: weder die Entzauberung durch Fakten greift, noch Argumente. Sarrazin hat ein emotionales Problem angesprochen, eines das in den Köpfen und nicht auf dem Papier existiert. Und so diskutieren wir kaum noch über die Fakten von Integration und Migration, sondern über die freie Rede an sich, über das Ohr der Parteien am Volk, über den Menschen Sarrazin und das Medienphänomen, das er angezettelt hat. Aber worum geht es eigentlich wirklich?
