Lustige Berichtigung
Die “Bild” Redaktion wollte einen Text über den 200. Geburtstag von Beethovens “Für Elise”. Axel Brüggemann hat den Text mit der lautmalerischen Widergabe des Anfangs begonnen: “Didel-didel-didelda” Auf der BILD-Konferenz wurde daraufhin viel debattiert. Nun hat sich die Zeitung zu einer der lustigsten Berichtigungen entschlossen und ihren Lesern mitgeteilt, dass die korrekten Anfangsnoten “Didel-didel-diedel-dadidum” sein. Den ganzen Text gibt’s hier.
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Für Elise zum 200. Geburtstag
Von Axel Brüggemann
„Didel-didel-didel-duuu!“ Es ist das Berühmteste Klavierstück der Welt. Richard Clayderman hat es millionenfach als Pop-Schnulze verkauft, James Last hat es verjazzt, und Vladimir Horowitz hat es als Meisterwerk interpretiert! Ludwig van Beethovens „Für Elise“ wird 200 Jahre alt. Millionen Handys klingeln mit den Anfangs-Halbtonschritten. Jeder Klavierschüler hatte sie irgendwann unter den Fingern. Und bis heute sind die 928 Noten das größte Geheimnis seit es die Klassik gibt.
Wissenschaftler fragen: „Who the f… is Elise?“ – „Wer, verdammt, ist Elise?“ Welcher Dame hat Beethoven die wunderschön leiernden Aufs-und-Abs in a-Moll gewidmet? Wessen Herz wollte er „molto grazioso“ (sehr graziös) betasten?
Sicher ist: Zu Beethovens Zeit wurde „Für Elise“ nie gedruckt. Der Musikwissenschaftler Ludwig Nohl (1831-1885) hat das Manuskript gefunden, es abgeschrieben und das Original dann verschludert. Hat er den Namen falsch gelesen und „Elise“ mit „Therese“ verwechselt? Das würde Sinn machen: 1810, im Kompositionsjahr, hat der ewig unglückliche Beethoven der hübschen, brünetten Kaufmannstochter Therese von Malfatti einen Heiratsantrag gemacht. Die Ehe kam allerdings nicht zu Stande.
Oder widmete er sein Stück wirklich einer „Elise“? In Frage käme die ebenfalls brünette Opernsängerin Elisabeth Röckel. Sie schwärmte immerhin, dass Beethoven es nicht lasen konnte, sie zu „stupfen und zu necken“. Aus lauter Zuneigung habe er ihr immerzu in den Arm gekniffen. War das bekannteste Stück der Musikgeschichte etwa der Dank eines Genies für einen „One Night stand?“
Oder ist „Für Elise“ der größte Betrug der Musikgeschichte? Italienische Wissenschaftler behaupten, dass Nohl lediglich Skizzen gefunden und „Elise“ selbst komponiert habe. Der „Milli-Vanilli“-Skandal wäre dagegen lächerlich!
Alles egal! „Für Elise“ ist zum Millionenhit geworden, an dem Plattenfirmen eine goldene Nase verdienen. Komponiert wurde es von einem armen Genie. Im Kompositionsjahr stöhnte Beethoven über die Musik und die Moneten: „Hol’ der Henker das Ökonomisch-Musikalische“.
